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Körnersäckchen setzt Mikrowelle in Brand


Nürnberg (D-AH) - Wer nicht lesen kann, muss zahlen: in diesem Fall eine Hausfrau, die laut Urteil des Landgerichts Kleve (Az. 5 S 48/06) auf einem Schaden von 750,17 Euro sitzen bleibt, weil sie die Bedienungsanleitung ihrer Mikrowelle für unwichtig hielt. Dort nämlich stand wortwörtlich, dass keine mit Körnern, Kirschkernen oder Gel gefüllten Kissen in dem Gerät erwärmt werden dürften, da eine erhebliche Brandgefahr bestehe.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, legte die Frau aber einen mit Körnern gefüllten Beutel zum Aufwärmen des Inhalts darin in die besagte Mikrowelle, die daraufhin Feuer fing und völlig zerstört wurde. Die Gebrauchsanleitung und den wichtigen Satz hatte die Frau offenbar nie gelesen.

Nun ist zwar ein Beutel kein Kissen, aber der Unterschied doch derart marginal, dass bei jedem Benutzer des Geräts sofort die Alarmglocken hätten schrillen müssen. Und wer eine derart klare Warnung missachtet, verhalte sich eben grob fahrlässig.
Das meinten auch die Richter und stellten die Hausratversicherung von jeglicher Leistung frei. Gerade wenn ein technisches Gerät nicht zu seiner ursprünglichen Bestimmung benutzt wird, sondern - wie hier - zu anderen Zwecken, sei das Studium der Gebrauchsanweisung ein Muss. Dass die Frau den Warnhinweis in der immerhin fünfseitigen Gebrauchsanweisung leicht überlesen konnte, ließ das Gericht nicht als Entschuldigung gelten.

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