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Tödlicher Sturz einer Seniorin auf nächtlichem Schulhof


Nürnberg (D-AH) - Der Pausenhof einer Schule muss auch spätabends ausreichend beleuchtet sein, wenn zu dieser Zeit etwa die Teilnehmer eines Senioren-Tanzkreises die Turnhalle verlassen. Stürzt dabei ein hoch betagtes Mitglied der Ballettgruppe über ein Gesims, weil die fast blinde Frau die Trennmauer zum tiefer gelegenen Parkplatz bei den herrschenden Lichtverhältnissen nicht mehr wahrnehmen konnte, ist dieser Unglücksfall aber nicht der Schulverwaltung anzulasten. Das hat das Landgericht Bonn entschieden (Az. 1 O 96/06).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwalthotline berichtet, kam es zu dem tödlichen Sturz, als die Frau auf dem Weg zum ihrem Pkw war. Genau in dem Augenblick, als sie die Turnhalle verlassen hatte, ging nämlich die Innenbeleuchtung des Schulhauses aus. In dem Kontrastunterschied zur zwar funktionierenden, aber schwächeren Außenbeleuchtung hat sie offenbar die Orientierung verloren, lief aber trotzdem weiter ins Dunkle hinein - genau auf die Mauer und den dahinter 70 Zentimeter tiefer liegenden Abgrund zu.

Ein krasses Fehlverhalten, zumal die Frau als ständige Teilnehmerin des Tanzkurses eigentlich ortskundig war - oder vielleicht gerade deswegen. Von der für die Verkehrssicherheit zwar verantwortlichen Schulbehörde dagegen zu verlangen, alle denkbaren Maßnahmen zu treffen, damit jegliche Unfälle auf dem Schulgelände ausgeschlossen sind, ist lebensfremd und kann nach allgemeiner Rechtsprechung nicht gefordert werden. Das verbliebene Licht reiche für die vorsichtige Orientierung aus, befand das Gericht nach einem Lokaltermin.

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