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Verpuffung beim Kochen von Lockenwicklern - kein Schmerzensgeld


Nürnberg (D-AH) - Auch in der Hektik des Geschäfts wie etwa zu Weihnachten müssen Hersteller und Händler die Käufer vor Gefahren warnen, die mit dem Gebrauch ihrer Waren verbunden sein könnten. Ausgenommen von dieser Pflicht-Information sind allerdings alle banalen Verhaltensregeln, die zur Lebenserfahrung eines jeden Normalverbrauchers gehören. Das betont die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline und verweist auf ein entsprechendes rechtskräftiges Urteil des Landgerichts Coburg (Az. 11 o 40/06).

Eine Frau hatte sich Thermo-Haarwickler gekauft, die zum Einsatz beim Stylen zuvor in Wasser kurz aufgekocht werden müssen. Soweit, so einfach. Die Käuferin vergaß allerdings den Wassertopf mit den Wicklern darin auf der eingeschalteten Herdplatte, und als sie wieder daran dachte, war die Flüssigkeit im Topf bereits völlig verdampft und die Lockenwickler brutzelten vor sich hin. Beherzt schüttete die Frau kaltes Wasser in den glühend heißen Topf, um den Brand zu löschen. Genau das aber war das Falscheste, was sie tun konnte: es kam zu einer Verpuffung, bei der sie erhebliche Verbrennungen im Gesicht erlitt. Dafür verlangte sie nun 6.000 Euro Schmerzensgeld vom Verkäufer der Thermowickler, weil der sie ja nicht ausdrücklich auf die Verpuffungsgefahr in solch einem Fall hingewiesen hatte.

Zu so weit gehender Aufklärung ist niemand verpflichtet, entschieden aber die Coburger Richter. Der Verkäufer einer Ware habe nur vor Gefahren zu warnen, die sich aus der unmittelbaren Verwendung und einem nahe liegenden, erkennbaren eventuellen Missbrauch des Produkts ergäben. Die Verpuffung aber war dadurch entstanden, dass in den glühendheißen Topf unbesonnen kaltes Wasser gossen wurde. Die Folge eines solchen Löschverhaltens ist jeder Hausfrau bekannt.

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