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Reiserücktritt wegen leerer Batterie - Versicherung zahlt nicht


Nürnberg (D-AH) - Eine leere Batterie ist keine Erkrankung. Zumindest kein unerwartet eintretender Krankheitsfall, wenn es sich dabei um den Energieschwund eines vor 14 Jahren eingesetzten Herzschrittmachers handelt. Mit dieser Entscheidung (Az. 242 C 37052/05) hat das Amtsgericht München einer Reiserücktrittsversicherung Recht gegeben, die einem verhinderten Urlauber keine Reisestornierungskosten auszahlte.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, leidet der betroffene Mann schon lange unter chronischem Vorhofflimmern und trägt deswegen einen Herzschrittmacher. Sein erstes Gerät wurde nach sieben Jahren ausgewechselt, das nächste jetzt lief schon fast doppelt so lang, bis die Batterie erschöpft war und der Mann umgehend zur neuerlichen Implantation stationär in die Klinik musste. Just zu dem Zeitpunkt, da er eine zweimonatige Urlaubsreise nach Fuerteventura gebucht hatte. Und trotz der ordnungsgemäß abgeschlossenen Reiserücktrittsversicherung verweigerte ihm der Versicherer die Stornierungskosten.

Denn ein Versicherungsfall sollte laut Vertrag nur bei einer unerwartet eingetretenen schweren Erkrankung vorliegen. Ein Herz-Kranker, der mit einem 14 Jahre alten Schrittmacher herumlaufe, müsse dagegen jeden Augenblick auf den Ausfall des lebenswichtigen Rhythmus-Gebers gefasst sein. Insofern hatte der Mann ja noch Glück im Unglück, dass das Malheur nicht etwa im Flugzeug passiert ist.

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