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Auf dem Weg zur Arbeit erschossen - Arbeitsunfall


Nürnberg (D-AH) - Kommt jemand auf seinem Weg zur Arbeit zu Tode, so handelt es sich um einen Arbeitsunfall. Auch, wenn es dabei um einen nie aufgeklärten Mord geht. Das hat das Sächsische Landessozialgericht entschieden (Az. L 2 U 146/03). Und der Witwe eines vor seinem Haus erschossenen Bauleiters die entsprechenden Hinterbliebenenleistungen zugesprochen.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, verabschiedete sich der Mann am Morgen noch von seiner Frau mit den Worten: Tschüß, wir sehen uns gleich im Büro. Auf dem Weg zum Parkplatz seines Autos wurde er durch den Schuss aus einer Handfeuerwaffe schwer im Brustbereich verletzt. Er schleppte sich noch in die nahe gelegene Polizeidirektion, wo er kurz darauf an den inneren Blutungen verstarb. Der Täter wurde nie ermittelt. Die gesetzliche Unfallversicherung der Firma aber lehnte jegliche Leistungen an die Witwe ab. Die zwar bedauernswerte Tat habe mit der Arbeit im Betrieb nichts zu tun.

Dem widersprachen die Landessozialrichter. Bei der Frage, ob ein Überfall auf dem Weg nach oder von der Arbeitsstelle als Arbeitsunfall anzusehen ist, bedarf es nicht unbedingt eines betriebsbezogenen Tatmotivs. Dieser Zusammenhang ist von vornherein grundsätzlich gegeben, wenn der zurückgelegte Weg den Versicherten ohne erhebliche Umwege oder Unterbrechungen zu seiner Arbeitsstätte geführt hätte. Selbst ein aus dieser Situation resultierendes Fluchtverhalten oder ein mit einem Zurückweichen angesichts einer konkreten Bedrohung verbundenes Verlassen des Arbeitsweges schließt den Tatbestand eines Wegeunfalls nicht aus.

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