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Nicht die Worte, die Taten eines Schiedsrichters zählen vor Gericht


Nürnberg (D-AH) - An seinen Taten sollt ihr ihn erkennen: Wenn ein Torwart und ein gegnerischer Spieler vor Gericht streiten, sollte das Gericht nicht unbedingt auf die Worte des als Zeugen geladenen Unparteiischen hören. So geschehen vor dem Landgericht München, wo über ein Fußballspiel zwischen zwei Fanclubs des TSV 1860 im Rahmen eines Hallenfußballturniers verhandelt wurde (Az. 29 O 20208/06).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der Stürmer der einen Mannschaft mit dem Torwart der anderen in der Luft zusammengeprallt. Der Spieler verletzte sich dabei schwer und musste im Krankenhaus operiert werden.
Nun behauptete er vor Gericht, der Torwart habe ihn von hinten angesprungen - angeblich absichtlich und mit vollem Körpereinsatz. Dabei habe dieser ausschließlich ihn attackieren und nicht den Ball erreichen wollen. So dass ein außerordentlich unfairer und grober Regelverstoß vorläge, der nur mit einem Schmerzensgeld von mindestens 6.000 Euro aus der Welt zu schaffen sei. Der beschuldigte Torwart hingegen erklärte, er sei ihm allein um den Ball gegangen. Erst mit dem Sprung sei es ihm gelungen, ihn abzuschlagen. Eine grobe Regelwidrigkeit läge also nicht vor und eine Haftung scheide aus.

Auch die Zeugen brachten kein Licht ins Geschehen: Der Schiedsrichter des Spiels wollte eine vorsätzliche Attacke des Klägers gegen den Beklagten gesehen haben, während der Turnierleiter einen gewöhnlichen Zweikampf um den Ball schilderte. Da keiner der beiden Seiten eine höhere Glaubwürdigkeit zukam, musste die Richterin eine wahrhaft salomonische Entscheidung treffen. Im Ergebnis hielt sie einen groben Regelverstoß für nicht bewiesen. Denn immerhin habe sogar der Schiedsrichter den von ihm beschuldigten Torwart damals nicht vom Platz gestellt und am entscheidenden 7-Meter-Torschießen teilnehmen lassen.

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