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Richter: Nicht bei jeder Kontaktanzeige schnappt die Falle zu


Nürnberg (D-AH) - Nicht hinter jeder Kontaktanzeige verbirgt sich gleich ein unsittliches Angebot. Das hat das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken klargestellt (Az. 5 UF 37/06). Es hob damit ein Urteil des Amtsgerichts Speyer auf, das die 2-Jahres-Frist für die Einreichung der Vaterschaftsklage eines Pfälzers überschritten sah - nur weil der Mann die Mutter des Kindes über eine solche Anzeige kennen lernte und spätestens ab diesem Zeitpunkt an der Exklusivität seiner Beziehung mit der Frau hätte zweifeln müssen.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, annoncierte eine junge Polin in einem Anzeigenblatt, dass sie einen Besuch in der Pfalz dazu nutzen möchte, einen Mann kennen zu lernen. In der Offerte stellte sie sich als ledig, ruhig und häuslich vor, was den Pfälzer für sie einnahm. Als er dann später Post aus Polen bekam, er würde Vater werden, heiratete er die Frau. Zehn Jahre später aber ging der Bund in die Brüche und eine DNA-Analyse widerlegte auch die Vaterschaft an der vorgeblichen Tochter.
Das zuständige Amtsgericht Speyer wies jedoch eine entsprechende Anfechtungsklage ab. Die Begründung: Eine Frau, die mit einer solchen Kontaktanzeige werbe, habe nicht unbedingt ehrbare Absichten, sondern sei generell zu intimen Kontakten bereit, die dann Folgen wie diese haben können. Das hätte der Kläger schon seinerzeit bei der ersten Begegnung wissen müssen. Damit sei die Klage verjährt.

Dieser Argumentation widersprach aber das Oberlandesgericht. Die damalige Kontaktanzeige sei augenscheinlich auf eine ehrliche eheliche Bindung ausgerichtet gewesen. Und weder der Kläger noch sonst jemand hätte einkalkulieren können, dass die Polin während ihrer Reise durch die Pfalz noch weitere intime Kontakte mit anderen Männern haben würde.

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