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Kind rennt in splitternde Glastür - Reiseveranstalter muss zahlen


Nürnberg (D-AH) - Wird eine Urlaubsunterkunft ausdrücklich als kindergerecht beworben, dann ist darunter nicht nur lustiges Kindergeschirr und im Garten vorhandenes Spiel- und Klettergerät zu verstehen. Die kleinen Gäste müssen sich vor allem drinnen und draußen gefahrlos bewegen und beispielsweise auch die Eingänge ohne Verletzungsgefahr selbst benutzen können. Davon kann nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Az. X ZR 44/04) aber nicht die Rede sein, wenn der einzige Eingang zu einem solchem Appartement mit einer Glastür ausgestattet ist, die weder bruchsicher noch gegen ungewollte Zusammenstöße klar markiert ist.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, haben die Bundesrichter damit in höchster Instanz ein Urteil bestätigt, dem zufolge einem Mädchen ein vom Reiseveranstalter zu zahlendes Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro zugestanden wird. Das Kind war in einer als kindergerecht beworbenen Urlaubsanlage in die geschlossene Glastür des von den Eltern gebuchten Appartements gelaufen und hatte sich dabei schwer verletzt.

Den Einwand des Reiseveranstalters, die betreffende Glasschiebetür habe ja den örtlichen Bauvorschriften entsprochen, wies der Bundesgerichtshof zurück. Die Angabe kindergerecht in einem Reiseprospekt sei so zu verstehen, dass sie sich nicht nur auf zusätzliche Ausstattungselemente, sondern vor allem auch auf eine besondere bauliche Beschaffenheit der Unterkunft bezieht. Das ist offensichtlich nicht der Fall, wenn der einzige Zugang zu den Wohnräumen eine nicht bruchsicherer Glastür darstellt, die zudem nicht gekennzeichnet ist und im geschlossener Zustand von Kindern nicht sicher erkannt werden kann.

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