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Zahnarzt wirbt auf jeder vierten Seite des Telefonbuchs


Nürnberg (D-AH) - Wer nicht wirbt, der stirbt: Ein Zahnarzt aus Witten hatte es wohl auf ein besonders langes berufliches Dasein auf Erden abgesehen und ließ im Telefonbuch gleich auf jeder vierten Seite eine Anzeige mit dem Hinweis auf seine Praxis abdrucken. Das ist berufswidrige Werbung, entschied prompt das Berufsgericht für Heilberufe beim Verwaltungsgericht Münster (Az. 19 K 1581/05.T) und verurteilte den geschäftstüchtigen Mediziner zu einer Geldbuße von 2.000 Euro.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war die immer wieder rechts oben in dem Ruhrgebiet-Telefonbuch platzierte Vielfach-Anzeige 2,5 mal 4,3 cm groß und enthielt neben der Anschrift der Praxis die Internetadresse und das Spezialgebiet des Arztes. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes sei solche Dauerwerbung etwa für Steuerberater auf Straßenbahnen inzwischen zulässig, verteidigte sich der Mann gegen den Vorwurf der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe, es handele es sich dabei um berufswidrige Werbung.

Doch die Münsteraner Richter gaben der Ärztekammer Recht: Einem Zahnarzt sei auch in Deutschland nicht mehr jegliche Werbung verboten, aber Anzeigen in Telefonbüchern dürfe er nur schalten, wenn diese in Form, Inhalt und Häufigkeit angemessen sind. Mit der Werbung auf jeder vierten Seite des Telefonbuches wird die Grenze zur sachlichen Information der Öffentlichkeit und möglicher Patienten doch deutlich überschritten die Entscheidung. Die penetrante Wiederholung immer wieder des gleichen Textes preise die Dienstleistung nur wie jeder andere Gewebetreibende an und leiste damit allein einer gesundheitspolitisch unerwünschten Kommerzialisierung Vorschub.

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