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Kein Schmerzensgeld nach Unfall bei Feuerwehrübung am Kurort


Nürnberg (D-AH) - Nach dem Feuer ist nicht vor dem Feuer: Wer mit konkreten Beschwerden in eine Kurklinik eingeliefert wird, kann vom Verursacher eines späteren Unfalls am Kurort für dieses Leiden kein Schmerzensgeld verlangen. Das erklärt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline unter Verweis auf ein Urteil des Landgerichts Osnabrück (Az. 1 O 976/03).

Ein Kurgast, der bei einer Feuerwehrübung in Bad Rothenfelde verletzt wurde, muss nach der Entscheidung der Richter das ihm dafür von der Gemeinde ausgezahlte Schmerzensgeld in Höhe von etwas über 36.000 Euro bis auf einen kleinen Restbetrag wieder zurückgeben. Der aus Werne bei Dortmund stammende Mann war als unbeteiligter Zaungast von einer bei der Übung explodierenden und durch die Luft fliegenden Druckflasche gestreift worden. Weil er behauptete, durch den Unfall eine Verletzung der linken Schulter erlitten zu haben, die zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und aufwendigen ärztlichen Behandlungen führte, bekam er die geforderte Summe für Schmerzensgeld und Verdienstausfall zunächst zugesprochen. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, dass bei ihm keine dauerhaften Schäden eingetreten und die Verletzungen völlig ausgeheilt sind.

Vor allem aber ergab ein vom Gericht eingeholtes Gutachten, dass der Mann bei dem Unfall allenfalls eine Zerrung der Halswirbelsäule und eine oberflächliche Schürfwunde im Bereich der Stirn erlitten hatte, für die ein Schmerzensgeld von höchstens 500 Euro gerechtfertigt ist. Eine Schädigung der linken Schulter war dagegen nicht erkennbar und ist auch in den Arztberichten zu keinem Zeitpunkt dokumentiert worden. Die Beschwerden bestanden offensichtlich schon vor dem Unfall. Denn der Mann hatte schon bei seiner Aufnahme in der Klinik in Bad Rothenfelde über Schmerzen in der Schulter geklagt.

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