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Reisebüro muss keine Reiseabbruch-Versicherung anbieten


Nürnberg (D-AH) - Bricht ein Urlauber seine Pauschalreise mittendrin ab, bleibt er auf den Kosten für die gebuchten, aber nicht in Anspruch genommenen Leistungen sitzen. Es sei denn, er hat sich extra gegen einen solchen Reiseabbruch versichern lassen. Kein Reisebüro ist aber verpflichtet, auf diese Möglichkeit bei der Buchung extra hinzuweisen. Das hat der Bundesgerichtshofs (Az. X ZR 182/05) entschieden.

Im Unterschied übrigens zu einer Reiserücktritts- und einer Rücktransportkosten-Versicherung, die von den Reiseveranstaltern und ihren Maklern laut Gesetzt immer ungefragt mit angeboten werden müssen, wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline betont.

Ein Mann hatte eine dreimonatige Reise in die USA gebucht. Er brach jedoch die Tour noch auf dem Hinflug wegen einer Erkrankung ab. Die Reiserücktritts-Versicherung zahlte nichts, weil es sich um den Abbruch einer bereits angetretenen Reise handelte. Da der Mann aber keine Abbruchversicherung hatte, stand er mit den offenen Kosten in Höhe von rund 4.000 Euro alleine da.

Seine Klage, das Geld vom Reisebüro ersetzt zu bekommen, wies der Bundesgerichtshof ab. Ein Reisebüro sei dazu da, dem Kunden bei der Auswahl oder Zusammenstellung einer Reise zu helfen, nicht aber Versicherungspolicen zu vertreiben. Wegen der Ähnlichkeit mit einem Reiseveranstalter kommt zwar noch die gesetzliche Verpflichtung zur Aufklärung für Ausfälle vor der Reise und danach hinzu - das gleiche auch für alle Eventualitäten dazwischen zu verlangen, wäre dann doch zuviel des Guten. Auch die relativ lange Reisedauer und der sehr hohe Reisepreis waren für den Bundesgerichtshof kein Grund für weitergehende Aufklärungspflichten eines Reisebüros.

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