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Auch für nebenberuflich tätige Fußballtrainer sind Sozialabgaben fällig


Nürnberg (D-AH) - Gewiss nicht jeder Fußballverein kann sich gleich einen Klinsmann leisten. Gönnt er sich aber doch einen preiswerteren Trainer, so muss er zu dessen Bezahlung auch die fälligen Sozialausgaben abführen. Selbst wenn der Coach nur nebenberuflich tätig ist. Das hat das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz entschieden (Az. L 1 KR 31/04).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte ein als Mitglied des Sportbundes Rheinland-Pfalz und des Fußballverbandes Rheinland eingetragener Verein einen städtischen Angestellten für bare 1250 Euro monatlich plus jeweils halbjährlichen Einmalzahlungen von netto 3000 Euro unter Vertrag genommen. Der Mann besaß eine Lizenz als Fußballlehrer und kümmerte sich bei Feierabend und in seiner Freizeit professionell um die Kicker des Vereins. Die Art und Weise des Trainings lag dabei voll in seiner Hand. Nur für das Personalmanagement der Spieler, die Räumlichkeiten zum Üben und etwa für Plätze im Trainingslager hatte der Vorsitzende des Vereins zu sorgen. Dieser beglich als Hauptsponsor des Vereins in klammen Zeiten den vereinbarten Trainer-Obolus auch mal aus privater Tasche. Damit begründet der Vereinsvorstand unter anderem, warum er über all die Jahre das Trainer-Engagement als selbständige Tätigkeit und nicht für versicherungspflichtig gehalten und keine Sozialabgaben gezahlt habe.

Das hätten Sie aber tun müssen! warfen dem Vorstand die Mainzer Richter vor. Jede Beschäftigung ist sozialversicherungspflichtig, wenn der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber persönlich abhängig ist. Und das ist in einem fremden Unternehmen immer dann der Fall, wenn der Beschäftigte in den Betrieb faktisch eingegliedert ist - wie bei dem Trainer, der beispielsweise über die Trainingstage und Trainingszeiten nicht selbst entscheiden durfte. Außerdem sei dem Mann bei einem stationären Krankenhausaufenthalt sein Geld vom Verein weitergezahlt worden, wobei der Co-Trainer des Vereins vorübergehend seine Aufgaben übernahm. Das sind sehr klare Indizien für ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis. Ein wirklich Selbstständiger hätte im Falle seiner Verhinderung selbst eine Ersatzkraft zu stellen gehabt.

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