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Dackel frei laufen gelassen - 1.800 Euro Geldstrafe


Nürnberg (D-AH) - Liegt es im Charakter eines Hundes immer wieder mal auszubüchsen, darf er nur an der Leine geführt werden. Auch bei einem Landspaziergang außerhalb von Ortschaften, wo jederzeit mit Wanderern und Joggern gerechnet werden muss. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth (Az. 2 Ns 209 Js 21912/2005) entschieden. Das Urteil betrifft im konkreten Fall keinen der gefürchteten Kampfhunde, sondern - einen profanen Dackel.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war ein Mann in der Umgebung eines Skilifts mit einem Dackelmischling unterwegs. Dabei ließ er den aus einem Tierheim stammenden Hund frei laufen. An jenem regnerischen Tag sei weit und breit niemand zu sehen gewesen. Aber plötzlich habe der Dachshund wild gebellt. Er hatte einen Jogger gestellt und ihn dabei zuerst ins rechte Bein und dann ins linke Bein unterhalb des Knies gebissen.

Das hätte der Hundebesitzer voraussehen müssen, zumal der Dackel fünf Jahre zuvor schon einmal aufgefallen war und ein Kind angefallen hatte, meinten die fränkischen Richter. Außerdem sei ein Tier aus dem Heim nun mal in der Regel schlechter ausgebildet und lenkbar und darf eben nicht ohne Leine frei herumlaufen. Die Richter verurteilten deshalb den Mann zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen je 30 Euro.

Und selbst wenn es den früheren Vorfall nicht gegeben hätte - Dackel müssen bei der Dachsjagd im Dachsbau, wo das Herrchen sie nicht leiten kann, eigene Entscheidungen treffen und haben deshalb ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Sie sind vom Charakter her Alleinjäger und ihre Bindungswilligkeit ist weniger intensiv ausgebildet. Wären die zwei Bisse nicht nach zwei Wochen folgenlos verheilt gewesen, hätte die Strafe noch viel schwerer ausfallen können. Der Gesetzgeber sieht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren vor.

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