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Fremde Kadaver im Wald - Waldbesitzer haftet nicht für Entsorgung


Nürnberg (D-AH) - Ein Jäger ist kein Sammler, zumindest keiner, der den Dreck seiner Mitbürger in dem von ihm bewirtschafteten Wald einsammeln und wegschaffen muss. Ein Waldbesitzer ist somit nicht für die Beseitigung von Tierkadavern verantwortlich, die ohne sein Zutun von fremder Hand auf seinem Grundstück entsorgt wurden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen entschieden (Az. 13 A 632/04).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, wurden in einem Wald im Märkischen Kreis Schlachtabfälle und 35 Hühner-Viertel gefunden, die dort in einem Plastiksack illegal abgelegt worden waren. Da der Eigentümer der Kadaver nicht auszumachen war, forderte der Landrat den Waldbesitzer auf, umgehend eine Entsorgungsfirma zu beauftragen und die Tierkörperteile bis zur Abholung sachgerecht zu verwahren. Der Waidmann kam aber dieser Ordnungsverfügung nicht nach, und die Kadaver wurden zunächst durch die Stadt Lüdenscheid verwahrt und dann von einem vom Landkreis beauftragten Unternehmen beseitigt. Die dafür angefallenen Kosten von 200,24 Euro sollte nun der an allem nicht beteiligte Waldbesitzer tragen.

Zu Unrecht, entschieden die Münsteraner Oberverwaltungsrichter. Nach dem Tierkörperbeseitigungsrecht habe der Besitzer eines Grundstücks, auf dem fremde oder herrenlose Tierkörper anfallen, lediglich die Pflicht, dies der zuständigen Tierkörperbeseitigungsanstalt oder dem Beseitigungspflichtigen zu melden. Der Waldbesitzer hat nämlich nicht die erforderliche Gewalt über die im Wald lagernden Abfälle. Mit Rücksicht auf das Waldbetretungsrecht der Allgemeinheit könne er nun mal sein Grundstück nicht dem Zutritt der Allgemeinheit entziehen. Damit muss die Allgemeinheit auch für die Beseitigung der Abfälle sorgen.

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