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Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung auch in der Elternzeit


Nürnberg (D-AH) - Kleine Brötchen backen muss eine Genossenschaft des Bäcker- und Konditorenhandwerks nach einem veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az. 9 Sa 1601/04). Die Richter verurteilten die Genossenschaft, dem Wunsch einer Arbeitnehmerin nach Teilzeitbeschäftigung während ihrer Elternzeit nachzukommen. Der Arbeitgeber darf die Teilzeitarbeit nicht mit der Begründung ablehnen, der Arbeitplatz sei wegrationalisiert worden. Das berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline .

Die im Bereich Einkauf Süß- und Handelswaren tätige Frau arbeitet bereits seit 13 Jahren als Vollzeitkraft für die Genossenschaft. Nach der Geburt ihres Kindes wollte sie während ihrer dreijährigen Elternzeit die wöchentliche Arbeitszeit auf 19 Stunden verringern. Sehr zum Verdruss ihres Arbeitgebers, der den Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung nicht nur kategorisch ablehnte. Es stehe auch kein Arbeitsplatz mehr zur Verfügung. Während der Mutterschutzfrist habe er den Arbeitsplatz nicht vertretungsweise neu besetzt, sondern durch Integration in eine andere Abteilung wegrationalisiert. Den Kunden sei es zudem nicht zuzumuten, sich auf die kürzeren Arbeitszeiten der Mitarbeiterin einzustellen. Nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm muss die Genossenschaft dem Wunsch nach einer Halbtagsstelle nachkommen.

Der Arbeitgeber habe keine dringenden betrieblichen Gründe genannt, die dem Teilzeitanspruch entgegenstehen. So hat er insbesondere nicht überzeugend dargelegt, dass sich die Kunden der Genossenschaft nicht auf die kürzeren Arbeitszeiten einstellen könnten. Außerdem betonten die Richter in ihrer Entscheidung die besonderen Rechte von Arbeitnehmern in Elternzeit. Ein Abbau von Arbeitsplätzen, den Arbeitgeber zugleich mit der Ausgestaltung der Elternzeit von Vätern oder Müttern vornehmen, dürfe nicht zu deren Lasten gehen.

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