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Trauerrednerin muss von Künstlersozialkasse aufgenommen werden


Nürnberg (D-AH) - Eine Trauerrednerin ist keine Künstlerin, sie unterliegt aber doch der Versicherungspflicht in der Künstlersozialkasse. Und zwar als Publizistin, wobei darunter aber keine Journalistin oder Schriftstellerin zu verstehen ist. Diese feinsinnigen Unterscheidungen sind in einem höchstrichterlichen Urteil (Az. B 3 KR 9/05 R) des Bundessozialgerichts zu finden, von dem die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet.

Eine studierte Gymnasial-Lehrerin für die Fächer Französisch und Sport war anderthalb Jahrzehnte lang als Sängerin und Schauspielerin an verschiedenen deutschen Theatern engagiert. Danach ging sie als Trauerberaterin zu einem Bestattungsinstitut, bis sie sich schließlich als Trauerrednerin selbständig machte. Sie hielt die von ihr verfassten Gedenkreden, sang auf Wunsch auch Lieder und trug Gedichte vor. Die Künstlersozialkasse wollte sie als Trauerrednerin aber nicht mehr in ihren Reihen sehen. Ihre Arbeit sei weder eine künstlerische noch eine publizistische, meinten die Kassenvertreter. Der Beruf eines Trauerredners sei dem eines Pfarrers ähnlich, welcher in der Bevölkerung wohl kaum als Künstler gelte. Und für die Tätigkeit einer Publizistin müssten die Trauerfeiern öffentlich zugängliche Veranstaltungen sein, was sie aber nicht sind.

Da waren die Bundessozialrichter anderer Meinung: Der künstlerische Anteil ihrer Tätigkeit - wie Gesang und Gedichtvortrag - ist bei Trauerrednern tatsächlich von untergeordneter Bedeutung. Den Schwerpunkt bilden aber das Verfassen und der Vortrag von Grab- und Bestattungsreden. Insoweit kommt eine Versicherungspflicht zwar nicht als Journalistin oder Schriftstellerin, wohl aber in anderer publizistischer Weise in Betracht. Und der Begriff des Publizisten ist weit auszulegen und umfasst neben schriftlichen auch mündliche Beiträge zum öffentlichen Kommunikationsprozess. Zumindest eine begrenzte Öffentlichkeit ist bei Trauerfeiern und Bestattungen grundsätzlich gegeben.

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