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Falsche Auskunft - Fluglinie muss zahlen


Nürnberg (D-AH) - Checkt ein Flugpassagier wegen einer fehlerhaften Auskunft eines Mitarbeiters der gebuchten Fluglinie am falschen Schalter ein und verpasst deswegen seinen Flug, erhält er den gesamten finanziellen Schaden ersetzt - inklusive Kosten des Ersatzflugs. Das gilt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main (Az. 19 U 57/05) selbst dann, wenn auf der Anzeigentafel der für die Abfertigung vorgesehene Schalter korrekt angegeben ist.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, wollte im konkreten Fall ein Geschäftsmann vom südafrikanischen Durban über Johannisburg nach Frankfurt fliegen. Am Flughafen in Durban teilte ihm eine Mitarbeiterin der gebuchten Fluglinie mit, dass er in Johannisburg die Bordkarte für den Weiterflug am Schalter der Gesellschaft abholen könne. Nach Deutschland sollte es nämlich mit der Maschine einer anderen Fluglinie weitergehen. Und so stellte sich der Mann in Johannisburg an den von der Mitarbeiterin angegebenen Schalter an - und verpasste seinen Flug. Denn die Passagiere konnten tatsächlich nur am Schalter der anderen Linie einchecken. Die Fluggesellschaft gestand den Fehler der Mitarbeiterin ein, wollte aber nicht die gesamten Kosten übernehmen. Schließlich sei der für die Abfertigung vorgesehene Schalter auf der Anzeigentafel richtig angezeigt worden.

Das Oberlandesgericht verurteilte die Fluglinie dennoch zu vollem Schadensersatz. Denn beim so genannten Code-Sharing - die Passagiere fliegen mit einer anderen als der gebuchten Fluggesellschaft - ist häufig auch das Einchecken am Schalter der gebuchten Linie möglich. Nach Ansicht des Gerichts dürfen sich Passagiere deshalb auf die Auskünfte von Fluglinien-Mitarbeitern verlassen .

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