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Kein Haftungsausschluss bei Segelregatta


Nürnberg (D-AH) - Vor Gericht und auf hoher See ist bekanntlich nur auf Gottes Gnade wirklich Verlass. Aktuelles Beispiel: Nach einer Kollision zweier Boote während einer Segelregatta sollte der Schuldige an dem Schlamassel lieber nicht auf das übliche Erbarmen höchstrichterlicher Rechtsprechung vertrauen. Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hat das Schifffahrtsobergericht Nürnberg (Az. 8 U 202/03 BSch) den Segelsport nämlich ausdrücklich aus der Liste der Wettkampfspiele herausgenommen, bei denen nach unumstößlicher Auffassung des Bundesgerichtshofs alle Teilnehmer gegenseitige Verletzungen etwa durch unbeabsichtigte Zusammenstöße eigentlich billigend in Kauf nehmen müssten.

Die Begründung der Nürnberger Richter für die Sonderrolle des Segelsports: Kollisionen sind bei Einhaltung der Regattaregeln und wenn die Segelbootsführer die erforderliche allgemeine Sorgfalt walten lassen durchaus vermeidbar. Wer ausweichen muss, hat es selbst bei komplizierten Wendemanövern in der Hand, dem Konkurrenten noch genügend Raum zu geben, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Dazu muss er nicht, wie bei vielen anderen Wettkampfarten, in Sekundenbruchteilen seine Entscheidungen treffen aus dem Nürnberger Urteilsspruch.

Fazit: Allein aus der Teilnahme an der Regatta lässt sich ein Mitverschulden des Opfers nicht herleiten. Ein Haftungsausschluss wegen des Wettkampfcharakters kommt für den Verursacher des Unfalls nicht in Frage.

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