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Heimliche DNA-Analyse verhalf Scheinvater zu seinem Recht


Nürnberg (D-AH) - Lässt ein düpierter Vater heimlich die DNA seines Sohnes testen, um vor Gericht erfolgreich die eigene Zeugung in Frage zu stellen, könnte er nach der allgemein anerkannten Rechtslage das Geld für diese Untersuchung gleich unter Ulk verbuchen. Kein deutscher Richter wird nämlich ein DNA-Gutachten akzeptieren, das gegen den Willen des Kindes oder seines gesetzlichen Vertreters - sprich: der Mutter - zustande gekommen ist. Denn das verstößt gegen das informationelle Selbstbestimmungsrecht des Kindes und ist damit unzulässig. Und trotzdem hat ein solches Gutachten einem Scheinvater vor dem Oberlandesgericht Koblenz (Az. 7 UF 457/05) zu seinem Recht verholfen.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, konnte der von dem Mann mit einer DNA-Analyse beauftragte Professor überzeugend darstellen, dass eine biologische Vaterschaft zu dem umstrittenen Kind unmöglich ist.

Und, schau an, die Oberlandesrichter sahen sich mit einem Mal nicht mehr daran gehindert, diese Aussage für ihr Urteil zu verwerten. Denn unter dem Druck der professoralen Darstellung räumte die des Ehebruchs verdächtigte Frau überraschend ein, in der gesetzlichen Empfängniszeit tatsächlich noch eine andere Beziehung gehabt zu haben. Damit wurde nicht mehr die gerichtlich nicht verwertbare, heimlich eingeholte DNA-Analyse, sondern die auf der Erklärung der Kindesmutter beruhende Erkenntnis hinsichtlich ihres Mehrverkehrs in der Empfängniszeit zur Grundlage der richterlichen Entscheidung. Und daran ist rechtlich nichts auszusetzen.

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