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Nicht jede Bildungsreise kann von der Steuer abgesetzt werden


Nürnberg (D-AH) - Deutschlands Schulen gönnen sich in den Osterferien eine willkommene Auszeit von der stressigen Paukerei. Besonders die Lehrer gehen in den schulfreien Tagen gerne auf weite Fahrt. Denn Reisen bildet nicht nur, sondern kann auch erhebliche Steuern sparen. Aber nur, wenn die österliche Tour vom Fiskus am Jahresende auch als Bildungsreise anerkannt wird, warnt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline . Dass das längst nicht immer der Fall sein muss, zeigt ein Urteil des Hessischen Finanzgerichts (Az. 3 K 678/02).

Ein Gymnasiallehrer hatte in den hessischen Osterferien an einer Spezialreise für Geschichts- und Politiklehrer mit dem Titel Israel - das gelobte Land? teilgenommen. Die 13-tägige Tour, die neben politischen Veranstaltungen und Begegnungen kaum eine bekannte touristische Sehenswürdigkeit in Israel ausließ, war von der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn organisiert worden. Die Bonner Organisatoren stellten dem Lehrer dafür rund 900 Euro in Rechnung - gerade mal ein Drittel der eigentlichen Kosten, wie sie dem Mann auch mitteilten. Der aber wollte auch dieses Geld vom Staat zurück haben. Und setzte den Betrag nebst seinen Gebühren für den Reisepass, knapp 300 Euro als Pauschale für Verpflegungsmehraufwand, einem Einzelzimmerzuschlag und sogar den Fahrkosten für das Taxi zum Flughafen als Werbungskosten auf seine Einkommenssteuererklärung.

Das aber war dem Fiskus zu viel. Und auch dem Finanzgericht in Kassel. Die Reise habe im Kern der eigenen Allgemeinbildung und nicht der speziellen beruflichen Weiterbildung gedient, urteilten die Richter. Dies zeige sich etwa in dem zumindest streckenweise stark touristisch geprägten Programm. Die Fahrt ist also der privaten Lebensführung zuzurechnen - und von der Steuer damit nicht absetzbar. Ganz anders wäre die steuerliche Beurteilung allerdings, wenn der Lehrer beispielsweise als Aufsichtsperson an einer Klassenfahrt teilgenommen hätte. In diesem Fall aber war der weitaus größere Teil der Reisekosten schon ohnehin von der Allgemeinheit getragen worden. Weitere steuerliche und damit staatliche Vergünstigungen hielt das Gericht deshalb für überzogen.

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