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Gelber Schein reicht nicht immer für Anspruch auf Krankengeld


Nürnberg (D-AH) - Wenn zwei sich streiten, muss sich der Dritte noch lange nicht freuen: Kommen Hausarzt und Medizinischer Dienst der Krankenkassen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Patienten zu unterschiedlichen Ergebnissen, ist Vorsicht geboten. Allein der gelbe Schein des Hausarztes reicht jedenfalls nicht für einen Anspruch des Patienten auf Krankengeld, urteilte das Bundessozialgericht (Az. B 1 KR 18/04 R).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, geht damit eine Arbeitnehmerin leer aus, die gegen ihre Krankenkasse geklagt hatte. Die Kasse verweigerte der Frau das Krankengeld, nachdem der Medizinische Dienst sie für gesund erklärt hatte. Unzufrieden mit diesem Ergebnis, suchte sie nur einen Tag später ihren Hausarzt auf, der ihr Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Auf das Gutachten des Medizinischen Dienstes ging er dabei nicht ein.

Die Kasseler Richter urteilten, dass die Krankenkasse in diesem Zweifelsfall dem Gutachten des Medizinischen Dienstes vertrauen durfte. Einen Anspruch auf Krankengeld hat die Arbeitnehmerin daher nicht. Im vorliegenden Fall hätte der Hausarzt dem Gutachten des Medizinischen Dienstes substantiiert widersprechen müssen. Nur dann wäre die Krankenkasse gezwungen gewesen, die Meinungsunterschiede zwischen den Ärzten zu klären.

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