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Was wie Sperrmüll aussieht, ist auch Sperrmüll


Nürnberg (D-AH) - Was wie Müll aussieht, ist auch Müll - so die Erkenntnis des Landgerichts Bonn (Az. 2 O 22/05). Mit dieser Begründung schmetterte das Gericht die Klage eines Mannes ab, der ein Unternehmen nach der Sperrmüllabfuhr auf Schadensersatz verklagt hatte. Der Mann hatte behauptet, dass die Müllwerker nicht nur seinen Sperrmüll, sondern auch daneben gelagerte wertvolle Möbel gleich mitentsorgt hätten.

Insgesamt wollte der Mann nach Angabe der telefonischen Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline rund 5700 Euro einklagen. So wertvoll soll das antike Esszimmer gewesen sein, das er wegen eines Umzugs kurzfristig in seinem Carport gelagert hatte. Doch der Carport grenzt gleich an den Bürgersteig und auf dem hatte der Mann eines Abends Sperrmüll zur Abholung bereitgestellt - laut Anmeldekarte handelte es sich um Teppiche und einen Küchenschrank.

Am nächsten Morgen war der Schreck groß, als der Kläger feststellte, dass nicht nur Sperrmüll, sondern auch die antiken Möbel weg waren. Doch das verklagte Unternehmen dachte gar nicht daran, für den Verlust Schadensersatz zu leisten: Ihr Pech, wenn sie wertvolle Sachen gleich neben dem Sperrmüll lagern. Schließlich habe der Sperrmüll übergangslos vom Bürgersteig bis in den Carport gereicht.

Und deshalb durften die Müllfahrer auch alles aufladen, entschieden die Richter. Zumal sich die Möbel in einem objektiv schlechten Zustand befunden haben - zur Nachprüfung, ob es sich tatsächlich um Sperrmüll handelte, waren die Müllmänner jedenfalls nicht verpflichtet. Dass auf der Anmeldekarte nur von Teppichen und einem Küchenschrank die Rede ist, spielt keine Rolle. Denn es ist üblich, dass sich am Abfuhrtag meist noch weitere Gegenstände am Straßenrand stapeln.

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