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Geschiedene Mutter muss Kind nach Ferien abholen


Nürnberg (D-AH) - Ein geschiedener Vater ist nicht verpflichtet, sein Kind am Ende eines Ferienaufenthalts zur Mutter in eine andere Stadt zurückzubringen. Laut Beschluss des Oberlandesgerichts Dresden (Az. 20 UF 896/04) ist es der Mutter zuzumuten, ihr Kind wieder abzuholen, teilt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline mit.

Vier- bis fünfmal pro Jahr verbringt im konkreten Fall das Kind eines geschiedenen und gemeinsam sorgeberechtigten Ehepaars die Ferien beim Vater. Den Rest des Jahres lebt es bei der Mutter in Dresden, weit entfernt vom Wohnort des Vaters. Der holt sein Kind immer zu Beginn der Ferien ab. Die Mutter hielt es bislang ebenso am Ende des Aufenthalts. Doch überdrüssig von den langen Fahrten, verlangt sie nun, dass der Vater ihr Kind am Ende der Ferien wieder bei ihr abliefert. Unmöglich, sagt der Vater. Die Fahrtkosten könne er nicht aufbringen. Der Familiensenat des Oberlandesgerichts Dresden nimmt in seiner Entscheidung die Mutter in die Pflicht. Sie muss weiterhin ihr Kind nach den Ferien beim Vater abholen.

Die Richter betonen, dass beide Elternteile aufgrund des gemeinsamen Sorgerechts zur wechselseitigen Loyalität verpflichtet sind aus der Entscheidung. Wenn aber zu befürchten sei, dass ein Elternteil aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage den berechtigten Umgang mit seinem Kind nicht aufrechterhalten könne, müsse der andere einspringen. Denn sonst laufe die Fortentwicklung der Beziehung zwischen dem nichtbetreuenden Elternteil und dem Kind ins Leere.

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