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Fixer Azubi kann Unternehmen teuer zu stehen kommen


Nürnberg (D-AH) - Ist ein Azubi besonders pfiffig und legt schon vor dem eigentlichen Ablauf seiner Lehre die Abschlussprüfung ab, so ist damit auch die gesamte Berufsausbildung bereits vorzeitig zu Ende. Das bestätigt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline und warnt die betroffenen Unternehmer: Ein fixer Lehrling kann seinem Ausbildungsbetrieb teuer zu stehen kommen. Wird nämlich der Auszubildende ohne besondere Absprachen noch bis zum ursprünglich vorgesehenen Ablauf seines Ausbildungsvertrages weiter beschäftigt - dann gilt er als auf unbestimmte Zeit angestellt und hat grundsätzlich Anspruch auf den üblichen Facharbeiterlohn.

Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (Az. 6 AZR 411/04). Im konkreten Fall bestand ein junger Mann in Bayern seine vorgezogene mündliche Prüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer, ging am nächsten Tag wieder in den Betrieb, informierte sofort seinen praktischen Ausbilder über das positive Ergebnis und gab auch der Ausbildungsleiterin einen Durchschlag des schriftlichen Prüfungsbescheids. Weil er keine anderen Anweisungen bekam, erschien er auch in den folgenden Tagen weiterhin wie gewohnt zur Arbeit. Erst zwei Wochen später lief er dem Geschäftsführer über den Weg, der ihn im Vorbeigehen anraunte: Sie sind ja noch immer da! Gehen Sie nach Hause.

Es dauerte aber noch wieder einige Zeit, bis er, wie von ihm gefordert, eine ordentliche schriftliche Kündigung in den Händen hielt. Die viel zu spät erfolgte Kündigung wurde somit erst zwei Monate nach der bestandenen Abschlussprüfung wirksam - und der Betrieb muss, wie das Bundesarbeitsgericht entschied, für diese Zeit statt der niedrigen Ausbildungsvergütung den viel höheren Facharbeiterlohn zahlen. Die Begründung der Richter: Der Kläger hatte ja mit dem Bestehen der Abschlussprüfung die Qualifikation als Facharbeiter erworben. Dass der junge Mann weiter als Lehrling behandelt wurde und gar nicht als Facharbeiter tätig war, ist dabei rechtlich ohne Belang. Laut Gesetz ist es nämlich stets Sache des Arbeitgebers, einem Arbeitnehmer eine seiner Qualifikation entsprechende Arbeit zuzuweisen.

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   | Stand: 29.03.2017
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ich finde diese Einrichtung sehr sehr hilfreich - gerade wenn man nicht so recht weiß, wohin man sich wenden kann Vielen Dank nochmals

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