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Bei Reparatur am Zaunpfosten gesamte Stromzufuhr gekappt


Nürnberg (D-AH) - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht - ganz im Gegenteil: Unterlässt es ein Bauunternehmer, sich vor Beginn der Arbeiten auf einem bebauten Grundstück zu erkundigen, ob und welche Versorgungsleitungen dort verlegt sind, haftet er für alle Schäden, die wegen der Beschädigung der Leitungen entstehen. Auch bei kleinsten Eingriffen muss der Fachmann mit dem Vorhandensein solcher Leitungen rechnen.

An der Grundstücksgrenze eines Anwesens sollte der Betonsockel eines Eckpfostens des Zauns saniert werden, um den Pfosten zu erneuern. Ein Mitarbeiter der damit beauftragten Firma setzte, nachdem er den oberen Teil des alten Betonsockels entfernt hatte, einen Presslufthammer an - und durchstieß ein direkt unter dem Fundament verlegtes PVC-Rohr mit dem Niederspannungskabel für den Hausanschluss. Der Mann bekam einen kräftigen Stromschlag, das teure Kabel wurde völlig gekappt, im Haus gingen alle Lichter aus. Die Beseitigung des ganzen Fiaskos hat mich 2.045,63 Euro gekostet. Das Geld will ich von der Baufirma wieder haben, verlangte der Auftraggeber und Hausbesitzer nun vor Gericht. Niemand vermutet doch unter einem Betonsockel ein hochgefährliches Hausanschlusskabel, das noch dazu nicht in der vorgeschriebenen Tiefe von 80 cm sondern erheblich höher verläuft und auch ohne das übliche Sandbett installiert wurde, verteidigte sich der zur Zahlung nicht bereite Firmenchef.

Sie sind aber nicht Niemand, erwiderte der Richter und gab dem Antrag des Hausbesitzers statt. Ein Bauunternehmer habe sich - was unstreitig nicht geschehen ist - vor Beginn der Arbeiten immer über die Existenz von Versorgungsleitungen und deren Verlauf zu erkundigen. Und bei Arbeiten auf bebauten Grundstücken hat ein erfahrener Fachmann stets mit dem Vorhandensein von Versorgungsleitungen zu rechnen - manchmal an den unmöglichsten Stellen, so die gängige Meinung der Gerichte in ähnlichen Fällen.

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