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Mitarbeiterin beim Pfandgeld-Klau heimlich gefilmt


Nürnberg (D-AH) - Vorsicht, Kamera: Darf ein Privatunternehmer als Hobby-Detektiv einen in Verdacht geratenen Mitarbeiter mit heimlich gefilmten Video-Aufzeichnungen des Diebstahls von Firmeneigentum überführen? Ja, sagt die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline und verweist auf ein entsprechendes Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (Az. 1 Sa 392 b/01). In einem Getränkemarkt fehlten über längere Zeit immer wieder größere Beträge bei der Pfandabrechnung. Daraufhin wies der Betreiber des Marktes in Abstimmung mit dem Betriebsrat die Videoüberwachung an.

Weil auf den Bildern eine Mitarbeiterin immer wieder den Sichtbereich der offen angebrachten Kameras gezielt verließ, wurden über Nacht direkt über den Kassen weitere Kameras eingebaut - nunmehr versteckt. Und siehe da, die diebische Elster wurde dabei ertappt, wie sie sich fiktive Pfand-Bons ausdruckte und diese dann an der Kasse einlöste. Vom Arbeitgeber entlassen, wollte die Frau jetzt vor Gericht die heimlich aufgenommenen Video-Filme nicht als Beweismittel akzeptieren. Die Aufnahmen von mir wurden ohne mein Wissen gemacht und sind illegales Machwerk, schimpfte sie. Da irren Sie sich aber gewaltig, erwiderten die Richter. Wird ein Angestellter während der Arbeit ohne seine Zustimmung mit versteckter Kamera observiert, ist das kein Eingriff in die tatsächlich streng geschützte Privatsphäre des Betroffenen.

Am Arbeitsplatz verfügt eine jede Person aus juristischer Sicht nur noch über eine Individualsphäre - und der wird vom Gesetz nur ein geringes Schutzbedürfnis zugesprochen. Der Arbeitgeber muss ja in der Lage sein, die ordnungsgemäße Erfüllung der seinen Arbeitnehmern übertragenen Aufgaben kontrollieren zu können diese Rechtslage. Und steht dem Recht des Arbeitgebers auf Schutz seines Eigentums das Recht des Mitarbeiters auf Schutz seiner Individualsphäre entgegen, dann zieht der Mitarbeiter immer den Kürzeren. Voraussetzung allerdings ist, dass ein konkreter Tatverdacht besteht und der Fall etwa mit offen angebrachten Videokameras nicht zu lösen wäre.

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