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Wenn das Froschquaken


Nürnberg (D-AH) - Nicht alle Frösche sind Könige, aber in gerichtlichen Auseinandersetzungen um deren sommernächtliches Gequake zieht in der Regel der lärmgeplagte Mensch den Kürzeren. Das betont die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline und verweist dazu auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin (Az. VG 1 A 88.01). Die Bewohnerin eines Seniorenheimes in Berlin-Spandau fand keinen Schlaf mehr, seit sich in unmittelbarer Nähe des im Grünen gelegenen Hauses ganz Heerscharen von Fröschen zu ihren nächtlichen Konzerten einfanden.

Die Berliner Stadtwirtschaft betreibt dort seit längerem zwei riesige Sickerbecken. Nach der Umstellung auf den neuen Überlaufbetrieb, bei dem das Wasser in den Becken steht und die Tiere offenbar ideale Paarungsbedingungen haben, kam es zur Invasion der Frösche, bestätigten die städtischen Beamten vor Gericht. Die nervigen Tiere abzufischen und gar zu entfernen, verbietet aber der Naturschutz. Und legt man das Becken trocken oder errichtet Amphibienzäune, würden die streng geschützten Kammmolche, die sich in den Sommermonaten an der Sickergrube aufhalten, ihres Zufluchts- und Wohnraums beraubt. Zwar lässt das Bundesnaturschutzgesetz im Einzelfall Ausnahmen von den strengen Verboten zu - wenn dadurch etwa erheblicher gemeinwirtschaftlicher Schaden abgewendet werden kann.

Das war nach Ansicht der Berliner Verwaltungsrichter hier aber nicht der Fall. Zwar geht das Gericht davon aus, dass durch das Froschquaken in einigen Sommernächten für die Klägerin während der Nachtzeit eine Lärmbelastung entsteht, die sämtliche Grenzwerte überschreitet, urteilten sie. Doch entscheidend sei, dass es sich bei den Sickerteichen um großflächige Wasserflächen handelt, die einem hochrangigen öffentlichen Belang dienen - nämlich der Sicherung der Grundwasserversorgung. Und die von der Klägerin verlangte Umsiedlung der Frösche würde längerfristig zum Gesamtverlust dieser Population führen. Der lärmgeplagten Frau könnte dagegen bereits ein Lüften der Wohnung vor dem Zubettgehen und ein anschließendes Verschließen der Fenster Abhilfe schaffen, urteilten die Richter. Auch eine Benutzung von Ohrstöpseln aus Wachs sei vorübergehend zumutbar.

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